The 1661 Census of Mennonites in Danzig

Originally created by Horst Penner*; Converted into digital form by

The following is a digitization of an article that Horst Penner wrote for the Mennonitische Geschichtsblätter (Volume 24, Issue 19, page 46) in 1967. The original article was scanned and processed by character recognition software. This was then corrected and reformatted into the form below.

The article is a near reproduction of the original with the exception of replacing the German double (ß), with “ss” , underlining the names in the census, and some reformatting. Horst Penner’s transcription tries to follow the original wording and German of the day (1661). His comments are in round brackets ( ) and my comments are in square brackets [ ]. Those who do not read German can simply cut-and-paste the text into online translation software such as babelfish (http://babelfish.yahoo.com ).

*Horst Penner (1910 - 2002)

Verzeichnis der Mennoniten die im Jahre 1661 innerhalb der Stadt Danzig, vorm Hohen Tor und auf Neugarten wohnten

Anlässlich der Mennonitischen Weltkonferenz des Jahres 1962 erhielt ich während der Rundreise durch den Mittleren Westen der USA freundlicherweise in Goshen durch Professor Melvin Gingerich Einsicht in einige handsdiriftliche Auszüge, die die Archivarin Elisabeth Kloss vor ihrer Ausreise aus Danzig im Jahre 1953 im Danziger Staatsarchiv aus dort vorhandenen Akten über die Danziger Mennoniten des 17. Jh. gemacht hatte. Sie hat diese Auszüge wohl Professor Bender aus Dankbarkeit für seine Mithilfe bei ihrer Ausreise aus Polen übergeben. - In diesen Aufzeichnungen fand ich die Mitteilung, dass sich unter der Signatur 300,10 Nr. 27 im Danziger Staatsarchiv ein Mennonitenverzeichnis aus den 1660er Jahren befände. Durch freundliche Vermittlung von Professor Johannes Harder wurde mir von der jetzt polnischen Leitung des Archivs eine Mikrofilmkopie dieses Verzeichnisses zur Verfügung gestellt.

Der "Catalogus frembder Mennonisten, so allhier Rauch halten" ist nicht datiert. Wie lässt sich eine Datierung durchführen? Dazu ist zunächst zu vermerken, dass die Aufstellung dieses Katalogs offensichtlich nach Beendigung des Schwedisch-polnischen Erbfolgekrieges (1656 -1660) erfolgte, an dem Danzig auf Seiten des polnischen Konigs teilgenommen hatte.

Als die Schweden 1656 zur Belagerung Danzigs heranrückten, war auf Befehl des Danziger Rats die Ortschaft Schottland vor den Toren der Stadt, in der viele Mennoniten wohnten, niedergebrannt worden, um der Artillerie ein freies Schussfeld zu geben. Diejenigen Mennoniten, die sonst als Nichtburger - Burger konnten sie als "Anabaptisten" nicht werden - nicht innerhalb der Mauern der Stadt, höchstens in den Vorstädten wohnen durften, bekamen jetzt die Erlaubnis, während des Krieges in Danzig selbst Wohnung zu nehmen und ihren Beruf auszuüben. Sie erhielten auch für den Verlust von Wohnung und Eigentum eine gewisse Entschädigung.

Das Jahr, in dern dieser Katalog über die in der Stadt und auf Neugarten wohnenden Mennoniten aufgestellt wurde, habe ich folgendermafen ermittelt:
Von Abraham Jantzen (Kauenhowen) heisst es im Catalogus, dass er seit 10 Jahren verheiratet sei. Am 7. 12. 1665 tritt Jantzens Sohn  Jacob bei Meister Heinrich Utesch in die Lehre als Bortenwirker ein.1 Aus Zunfturkunden geht hervor, dass etwa im Alter von 15 Jahren, aber wohl auch schon etwas früher, der Knabe in die Lehre des Meisters gegeben wurde. Wenn Jacob beim Eintritt in die Lehre 15 Jahre alt gewesen ist, da müsste er etwa im Dezember 1650 geboren worden sein. Sein Vater hätte

angenommen, es sei das älteste Kind gewesen dann müsste er im Dezember 1650 geboren worden sein. Sein Vater Hätte - angenommen, es sei das ältestse Kind gewesen - Anfang 1650 geheiratet. Dann müsste Abraham Jantzen im Jahre 1660 10 Jahre verheiratet gewesen sein. - Da der Olivaer Frieden, der diesen Krieg beendete, am 3. Mai 1660 geschlossen wurde, so kann der Katalog in der zweiten Hälfte des Jahres 1660, wahrscheinlicher aber Anfang des Jahres 1661 aufgestellt worden sein. Der Krieg war bei seiner Aufstellung vorbei. Die in Schottland abgebrannten Mennoniten durften - soweit sie es wünschten -, allerdings auf ihre eigene Lebenszeit beschränkt, in der Stadt Danzig wohnen bleiben. Es ist anzunehmen, dass sich der Rat durch die gründliche Erhebung, die in diesem Katalog ihren Niederschlag fand, über diese "Stadt"-Mennoniten Gewissheit verschaffen wollte. Es handelt sich bei dieser Aufstellung nur um einen kleinen Teil der Danziger Mennoniten, die ansonsten in den Vorstädten Danzigs und in Schottland auf bischöflichem Gebiet oder in anderen Vororten unter geistlicher Jurisdiktion standen.

Ein anderes Verzeichnis aus dem Jahre 16812 - allerdings nur recht oberflächlich zusammengestellt - führt 112 Familien auf, die unter der Stadt-Jurisdiktion standen. Es enthält daher nicht die Mennoniten auf bischöflichem und anderem geistlichem Gebiet, aber auch nicht die Mennoniten des Danziger Landgebiets (Danziger Werder, Danziger Nehrung, Scharpau). Aus alledem ist ersichtlich, dass die mennonitische Bevolkerung Danzigs und seiner eigenen Vorstädte sowie der unter geistlicher Jurisdiktion stehenden Stadtteile recht erheblich gewesen sein muss. Ihre Zahl dürfte mit rund 200 Familien (also etwa 800—1000 Menschen) im Jahre 1681 nicht zu hoch angenommen sein.

Catalogus frembder Mennonisten, so allhier Rauch halten.

Peter Albertsen wohnt in der Hundegasse auf Reinhold?3 Hinterhause, zinset. Er ist von 1609 hier. Kaufmannschaft.

Jacob von Bulart [Buhler?] wohnt in der Hundegasse auf dem von der Lindesthefi Hinterhause, zinset 300 Floren. In Danzig seit 1619. Beruf?

Friederich Friederichsen in der Dienergasse, zinset 300 Floren, ist allhier geboren und continue allhier geblieben, handelt mit Krahmwaren.

Isaac Mümmer (Momber) allhier geboren, wohnet in der Hundegasse, in Cristoph Friederichs Hinterhause, zinset 300 Floren, ein halb Jahr verheiratet.

Isaac von Bulart [Buhler?] wohnt in der Hundegasse, zinset 250 Floren bey 30 Jahr. 18 Jahre verheiratet, im Kriege   ?, destilliert Branntwein.

Carl Krückert [Kroeker?] in Heinrich Utesch Hinterhause, zinset 200 Floren, zu Marienburg geboren, ist 20 Jahre bei der Stadt, Kaufmann.

Cornelius Mummer (Momber) in Hans Bogarts Hause im Poggenpfuhl, zinset 225 Floren, ist bei 40 Jahre hier, geboren in Brabant, 20 Jahre arbeitet er allhier als Presser.

Heinrich Utesch ist her geboren, hat ein eigen Erbe in der Dienergasse, ist Vorsteher im Spital gewesen, hat zum Wolgeben (als Almosen) 400 Taler gegeben, denn seine Vorfahren von 200 Jahren alhier deduciret.

Class von Dick im Poggenpfuhl in St. Peter Kirchen-Wohnung, zinset, ist continue hier von Anno 1625, treibt Faktoreyen-Kaufmannschaft.

Gowardt (Ewerdt?) Harmssen auf Pitzels Hinterhaus, ist continue hier von 1624 treibt Kaifmannschaft.

Abraham Classen de Vehr auf Gergen Friederichsen Hinterhaus in der Hundegasse, von 1626 hier, Kaufmannschaft.

Bernhard Joost wohnt in der Hundegasse in des Gelandowski Haus, ist Anno 1623 hergekommen, 25 Jahre verheiratet, zinset 300 Floren, Kaufmann.

Jan Arends im Poggenpfuhl in Instetten Hause. Anno 1637 sich alhier verheiratet, ist im währenden Kriege bei Jacob Jacobsen in Diensten gewesen, Cassirer (Bankier), zinset 500 Floren.

Abraham Hanssen de Vehr wohnt am Vorstädtsthen Graben in Alexander Schreder Hause, zinset 300 Floren, ist alhier geboren, 16 Jahre verheiratet, Factoreien.

Hermann Mummer (Momber) ist hier geboren, wohnt auf des Herrn Schwarzwald Hinterhause in der Hundegasse, zinset 450 Floren, 20 Jahre verhejratet und continue hier. Der Vater aber hat vor 47 Jahren geheirate; wohnt in Antoni Köpers Hause, zinst 300 Floren. Abraham, der andere Sohn in der Hundegasse in Daniel Köpers Hause ist auch alhier geboren, 7 Jahre verheiratet, zinset 600 Floren. Kaufleute.

Alertt Otto in Lemken Hause auf der Vorstadt, vorm Kriege 3 Jahr alhier gekommen die onera (Lasten) im Kriege mitgetragen, zinset 200 Floren, ein Destillirer und befrachtet Schiffe.

Marten Thiel im Poggenpfuhl in Michel Orlings Hause, ist hier geboren, 24 Jahre verheiratet, zweimal die onera abgelegt im Kriege, hat ein eigen Erbe in Petershagen, macht Trompeten.

Gerdt Petersen in der Goldschmiedegasse in Antoni Tommsen Hause, zinset  300 Floren, wohnet von Anno 1624 continue hier, destilliret Branntwein.

Henrich Dammeyer in Borcken Hause in der Matzkauen-Gasse ist continue 44 Jahr, zinset, destilliret Branntwein, hat onera getragen im Kriege, ein Bildschnitzer.

Arent von Moelen in der Breitengasse bei Michel Panzer, ist 3 Jahr vorm Schwedischen Kriege herkommen, zweimal den 100. Pfennig gegeben, zinset 200 Floren, Empyriths (Bedeutung?).

Marten Landsberg in David Brauers Hause am Fischmarkt, vorm Kriege hier zweimal in Kriege gegeben den hundertsten Pfennig, zinset 350 Floren, hat ein eigen Erbe in Petershagen, destilliret Branntwein.

Jan Borckerts Frau, weil der Mann verreiset, ist der Schluss der 3. Ordnung ausgedeutet worden, auf Michaelis zu räumen oder bei der Ordnung supplicando nachzusuchen.

Henrich Mix in Hans Vesten Hinterhause in der Dienergasse, hier geboren, continue verblieben, 10 Jahre im Ehestande, zinset 250 Floren, Cassirer.

Ibo Jantzen in der Bessmannsgasse (?) in Marten Körelss Hause. Anno 1623 alhier verheiratet, auch seine Eltern haben hier gewohnt, zinset 350 Floren, Destillirer.

Jan Belcke am Vorstädtischen Graben in Adam Wieben Hause, ist hier 30 Jahre, zinset 480 Floren, Factoreien.

Peter Gowert in der Vastengasse in Marten Kleiss Keller, ist alhier 18 Jahre, destilliret Branntwein, zinset 120 Floren, geboren im Schotlande auf des Herren Schumanns Grunde, hat auch daselbst ein Eigen Haus.

Abraham Jantzen beim Ketterhagschen Thore, hat Wieben Tochter, wohnet in derien Vaterhause, 10 Jahre verheiratet, in Elbing gebohren, destilliret Branntwein.

Gerdt Utesch in des Henrich Stephen Hause, 8 Jahre verheiratet, zinset 240 Floren, Kaufmann.

Antony Convent aufm Dahm in Herrn Henrich Schumanns Hause, zinset
280 Floren, Kaufmann.

Berendt von der Vehr wohnt am Vorstädtschen Graben in Samuel Kramers Hause, ist hier gebohren, 8 Jahre verheiratet, zinset 440 Floren.

Jann Giesbrecht Koll in der Hundegasse in des Salomon Schumanns Hause, 12 Jahreverheiratet, von Anno 1635 Hier, zinset 600 Floren, Kaufmann.

Class Classen auf der Katergassen in Andress von Embden Hause, 17 Jahr hier gewohnt, destilliret Branntwein, zinset.

Jacob Jantzen Bodeck aufm Dielenmarkt in Wilm Harders Hause, 6 Jahr hier, zinst 380 Floren, Factoreien, Kaufrnannschaft.

Mennoniten vorm Hohen Thor und auf Neugarten

Friederich Kempener ist alhier geboren und continue von 1618 hier gewesen, im Kriege alle Beschwerden mitgetragen, wohnt in der Frau Rastenbergischen Wohnung, zinzt 250 Floren, Verleger der Bortenwirker.

Philipp Mix hier geboren, auch im Kriege Lasten mitgetragen, wohnt in der Rastenbergschen Wohnung, zinset 250 Floren, Bortenwirker.

Isaac Welcke ist hier geboren, der Vater ist Bürger gewesen, continue auch im Kriege alle onera getragen, 2½  mal den 100. Pfennig gegeben, Bortenmacher, Eigen Erbe.

David Zimssen ist hier geboren, hat ein Part an des Seligen Zimssen Erbe, Bortenwirker.

Wilhelm von Bular ist hier geboren, continue auch im Kriege hier geblieben, dessen Voreltern auch schon im Polnischen Kriege (gemeint ist wohl der Krieg von 1626—1629) hier gewohnt über 60 Jahr, hat ein eigen Erbe, handelt mit Schnüren und Posamenten.

Hans von Bular auch hier geboren, continue hier gewesen, wohnet in Alexander von Waden Wohnung, zinset 250 Floren, handelt mit Posamenten und Schnüren.

Henrich Mix in der Frau Rüdigersdien Wohnung, hier geboren, continue geblieben,Branntwein destilliret, zinset 65 Floren.

Philip Mix von Busch hier geboren, continue geblieben, in der Frau Rastenbergschen Wohnung, zinset 500 Floren, Bortenwirker-Verleger, 3 Jahre im Ehestande.

Berend Umptallius, ein Hollender, wohnt in der Sandgrube in Hans Brogers Wohnung, ist hier 13 Jahre, zinset 72 Floren, befrachtet Schiffe, verkauft Tinte, Papier, Federn.

Peter Almunde ist hier geboren, continue geblieben, in Frau Schroerschen Wohnung, zinst 300 Floren, Verleger von Bortenwirkern.

Cal Zimssen  ist hier geboren und continue im Krieg auch hier gewesen, wohnt in seines Vaters Hause, zinst 300 Floren, Bortenwirker.

Simon Pfau, hier geboren, continue auch hier im Krieg geblieben und die Beschwerden mitgetragen, wohnt in Frau Schroerschen Wohnung, zinst 200 Floren, Bortenhändler.

Peter Zimssen ist alhier geboren, continue geblieben, wohnt mit der Stiefmutter in des Seligen Vaters Wohnung, zinset 300 Floren, Bortenwirkerhandler.

Plilip de Veer’sche und Peter Zimsse.

Die Auswertung dieses Katalogs ergibt einige neue Erkenntnisse: Danach entstammen die beiden Mennonitenfamilien Utesch und Wölke (Wielck, Wilke, Wölcke, Welcke) alten Danziger Burgergeschlechtern. Die Familie Utesch ist im Jahre 1661 schon seit 200 Jahren - also seit dem späten Mittelalter - in Danzig nachweisbar. - Von Isaac Welcke heisst es, dass sein Vater Burger der Stadt Danzig gewesen sei und er - anscheinend in der Stadt selbst - noch em eigen Erbe, also Hausgrundstück, was sonst den Mennoniten verwehrt war, besass. - Im Jahre 1718 kauft ein mennonitischer Hans Wielck oder auch Wölke genannt einen Hof (1 Hufe, 11 Morgen) in Weisshof bei Danzig von Jacob Wiggert, den vordem Class Jobsen besessen. Diesen Hof verkauft er am 10. 5. 1727 an seinen Bruder Antonj. Er selbst kauft am 17. 5. 1727 in Freienhuben einen 3 Hufen grossen Hof von Gergen Foht.4 Während die Wölckes im Grossen Werder die plattdeutsche Form des Namens annehmen, behalten die Danziger Wilkes die hochdeutsthe Schreibweise ihres Namens bei.5 - Die Einzelheiten der Mistammung der Wölckes von Isaac Wölcke dürften sich wohl nachweisen lassen.6

Eine weitere Erkenntnis ist wohl die, dass es sich bei den Danziger Mennoniten nicht nur um arme Handwerker, sondern um z. T. recht vermogende Leute gehandelt haben muss. Wenn etwa Vater Momber 300 Floren, seine Söhne Herman 450 Floren und Hans sogar 600 Floren zinsten, d. h. zusammen 1350 Floren Steuern zahlten, so sind das doch recht erhebliche Summen.

Um einen Vergleich anstellen zu können, welchen Wert diese Summe damals darstellte, gebe ich die Auskunft wieder, die Cuny uns über die Besoldung des damaligen Stadtbaumeisters Georg von Strackwitz mitteilt:7

"Georg von Strackwitz" Bestallung hatte der Rat insofern abgeändert, als er seit dem 1. Juni 1661 zum ,,reformierten Hauptmann in der Stadt Dienst” angenommen war. Die Reform bestand darin, dass er seitdem eine militärische Rangstellung als Hauptmann und Ingenieur einnahm, während er vorher allein als Ingenieur gedient hatte. Er erhielt nunmehr eine Kompanie Fussvolk, die von einem Leutnant oder Fähnrich be fehligt werden sollte, den Hauptmannssold von 100 Floren monatlich und für einen Diener monatlich 11 Floren in der Soldatenrolle, d. h. den Sold eines seiner ohne Gehalt beurlaubten Soldaten; er war auch gleich den anderen Hauptleuten im städtischen Dienst von der Akzise befreit. Dafür hat er zu leisten: Fortifikation und wo man sonst im Bauen, Reissen, Landmessen und dergleichen seiner wird vonnöten haben.” Bei Arbeiten im städtischen Gebiet soll er keine besonderen Zehrungsspesen erhalten.” Soweit die Mitteilung von Cuny.

Stadtbaumeister und Diener erhalten zusammen jährlich 1332,- Floren Gehalt. Die drei Mombers, Vater und zwei Söhne, zahlen damit einen Betrag, wie er dem Jahresgehalt eines der höchsten Beamten Danzigs und seines Dieners entspricht. Beide würden heute zusammen etwa 3000,- DM monatlich erhalten. Die Mombers zahlten also nach heutigem Geld etwa 36 000, DM Steuern. Das Einkommen, das diese drei Kaufleute gehabt haben müssen, kann man sich ungefahr vorstellen. Es entspricht etwa dem heutiger Grosskaufleute.

Eine weitere Erkenntnis dürfte wohl die sein, dass erst in den Jahren zahlreiche Täufer nach Danzig einwanderten, als die Glaubensbedrohung in den nördlichen Niederlanden schon vorbei, aber Danzig auf der Höhe seines wirtschaftlichen Einflusses im Ostsee- und darüber hinaus im osteuropäischen Raume stand, von 1577 bis 1626, dem Beginn des schwedischen Krieges.

Darüber hinaus erkennen wir, dass neben den Familien Utesch und Wölcke auch Manner wie Marten Thiel und Marten Landsberg, die beide ein eigen Erbe in Petershagen besitzen, doch wohl aus der einheimischen Bevölkerung stammen. Die Namen Thiel und Landsberg verschwinden allerdings später aus dem ,,Kanon” mennonitischer Namen, sie erlöschen zum mindesten im Mannesstamme.

1.   Mitteil. Epp-Kauenhowen-Zimmermann, Jg. 1937, S. 49.
2.   Abgedruckt in: Eduard Grigoleit, Danziger Mennoniten aus dem Jahre 1681 in: Danziger familiengeschichtliche Beiträge, Heft 2/Danzig 1934, Seite 124 ff.
3.   Die Fragezeichen sollen sagen, dass der Text an dieser Stelle unleserlich war.
4.   Laut freundlicher Mitteilung von Fräulein Anna Andres (früher Fürstenwerder), jetzt 6521 Bermersheim über Worms vom 19. 12. 1949.
5.   Siehe Gustav E. Reimer: Ein Mennonitenverzeichnis aus dem Jahre 1776 in: Danziger familienges. Beitr., Heft 2/Danzig, Heft 7, 1943, S. 64 f.
6.   Siehe u. a. ,,Ahnenliste der Brüder Eitel-Fritz, Georg Johannes und Karl-Heinz Löwens’ in: Mitt. Epp-Kauenhowen-Zimmermann, Jg. 1941, Seite 82 ff.
7.   G. Cuny: Danzigs Kunst und Kultur im 16. u. 17. Jh./Verl. Heinr. Keller,
Frankf./Main, 1910, S. 59.

Page created 14 September 2009; html by Richard D. Thiessen


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